Immer das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen….

Abends 20 Uhr mein Dienstwochenende im Hospiz ist geschafft, erstmal frei bis morgen Abend 17 Uhr. Ich arbeite sehr gerne im Hospiz, was sich viele Menschen überhaupt nicht vorstellen können. Es ist kein bisschen schrecklich, nicht zum aushalten, immer traurig, sondern ganz oft sehr lustig, unterhaltsam, Lebenserfahrung reicher machend, unheimlich schön „unseren Gästen“ noch ein paar schöne Tage/Wochen zu bereiten. Aber davon wollte ich eigentlich nicht schreiben, sondern von den gemeinsamen Mahlzeiten in der Arbeit. Wir verbringen unsere Pausen und Mahlzeiten zusammen mit den Patienten. Es gibt hauptsächlich Wurst, Käse, Butter, Fleisch, dicke Sahnesaucen und so Zeugs. Find ich ja schon mal für kranke Menschen nicht besonders geeignet und ich rühr davon auch nichts an. Dann pack ich meinen Salat oder Aufstrich, die vegane Margarine oder vegane Kekse aus und dann geht`s los! Ach du isst kein Fleisch? wie nichts vom Tier? Auch kein Fisch? Aber Käse oder Eier! Nein, weder noch!! Und dann kommt meist: „Das könnt ich nie, Oh Gott,da würde mir was fehlen“ oder „das kann ja gar nicht gesund sein, da hast du doch Mangelerscheinungen!“ Innerlich seufze ich dann ganz tief durch und fange an zu erklären, dass mir überhaupt gar nichts fehlt, ich putzmunter bin und nicht gerade an Magersucht leide.Wenigstens schauen die Kollegen/innen  immer ganz neugierig auf meinen Teller und fragen vorsichtig ,ob sie mal probieren dürften.

Ja und warum ich das machen würde, etwa wegen der Tiere? Wegen was sonst und auch die Umwelt ist nicht ganz außer Acht zu lassen aber die meisten Leute haben sich über die weitreichenden Auswirkungen des Massenfleischkonsumes noch wenig Gedanken gemacht und sind nicht so leicht zu überzeugen. Andreas Bär Läsker schreibt in seinem Buch, dass man seine Ernährungsform lieber solange nicht kommunizieren sollte solange man in der Argumentation nicht absolut sattelfest ist. Ich werde mir doch noch einen genauen Text überlegen, der kurz und knapp meine Argumente der veganen Lebensweise erläutert. Sonst verzettelt man sich doch zu sehr und wenn man einem Tisch mit 5-7 „Fleisch-Alles-Essern“ sitzt und alleine argumentiert hat man schon zu tun! Und wie gesagt, leider habe ich noch das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen, was absoluter Quatsch ist. Die Fleisch-Esser sollten sich rechtfertigen und die Mentalität das war immer schon so oder es schmeckt halt ist auf Dauer nicht haltbar und nicht zu rechtfertigen.

african elephantWas aber doch manchmal beeindruckt ist das Beispiel mit dem großen dicken Elefanten, der nur Blätter frißt und dem auch überhaupt gar nichts fehlt, schon gar kein Fleisch!

Und eine meiner lieben Kolleginnen habe ich doch schon überzeugen können, Ich habe ihr das Buch:“Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer  ausgeliehen und seitdem ernährt sie sich vegetarisch. Toll! Heute habe ich ihr das Buch „Peace Food“ von Rüder Dahlke gegeben, mal sehen wie sie das findet.

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