zu Sabine

cream-8582_300Ich bin mit der guten schwäbischen Küche aufgewachsen, das heißt: jeden Tag ein Stück Fleisch, sonscht ist`s koi rechts Essa. Die ersten Erinnerungen waren, dass ich den Fleischgeschmack total ekelig fand und immer einen Grund gesucht habe um es wieder heimlich auszuspucken. Vor allem an den ekeligen Geschmack von Lammfleisch kann ich mich bis heute erinnern.

Unsere Nachbarn haben damals noch im Hof geschlachtet. Ich durfte zuschauen und es war einfach nur graussig. Das Schwein,das noch quickte als es in das heiße Wasser geworfen wurde und dann wurde  mit Ketten die Borsten abgerubbelt. Ab da war für mich dann Schluß mit Fleischessen. In den 80er Jahren war ich damit noch ein wirklicher Exot und habe meine Eltern damit eine fast unlösbare Aufgabe gestellt. Oh Gott, was ißt das Kind jetzt? Nur noch Gemüse? So war es dann auch jahrelang. Meistens bekam ich nur  irgendwelche Beilagen oder Nudeln mit Soße serviert. Zur Auswahl gab es auch oft noch ein Omlett. Bestellte ich es ohne Schinken konnte ich darauf gehen, daß es dann halt eben mit Salami kam. Es kann ja nicht sein, dass das Kind keine Wurst mag!

Nachdem ich geheiratet hatte, hieß es dann oft: “ Ja und dein Mann? Der ißt hoffentlich schon was gescheites ?“ oder “ Die Kinder müssen aber Fleisch essen, die bekommen sonst Wachstumsprobleme und Mangelerscheinungen“. Da könnte ich hier noch ewig weiter erzählen, was man sich da alles anhören muss.

Ganz toll finde ich auch :“ Aber sie essen schon Fisch oder wenigstens Hühnchen? Nein, ess ich nicht! Aber warum, Fisch ist doch kein Fleisch!“ Das ist kaum zu  glauben! Diese Meinung haben leider sehr viele Menschen!

Viele Jahre war ich mit der vegetarischen  Ernährungsform zufrieden und ich fühlte mich gut bei dem Gedanken: für mich muss kein Tier sterben! Aber leider ist das ja nur die halbe Wahrheit.

So richtig die Augen geöffnet hat mir die Kursleiterin vom Basenfasten, Birgit Gawallek.  Sie brachte mich zum ersten Mal dazu darüber nachzudenken, wie die Milchkühe leiden, damit sie Milch geben, wieviel männliche Küken jedes Jahr getötet werden, damit ich Eier essen kann. Diese tausende Tonnen Milch die benötigt werden für all die Milchprodukte, die wir weder benötigen und die immer weniger Menschen gut vertragen. Wir sind schließlich das einzige Lebewesen, dass artfremde Milch trinkt!!! Kein Hund würde je die Milch einer Katze trinken…… Die einzige wirkliche wichtige Milch ist für uns die Muttermilch. Damit ist dann aber nach 1-2 Jahren Schluß und dann benötigt unser Körper sie auch nicht mehr.

Immer mehr habe ich mich informiert. Das erste was mir in die Hände fiel war das Buch :“Tiere Essen“ von Jonathan Safran Foer. Mein Mann erhielt es als Hörbuch! Berichte im Fernsehen wurden angeschaut, zuletzt ja sehr eindrücklich der  Bericht von Claus Kleber im ZDF : Hunger – Durst, der ja sehr deutlich  auf  die Auswirkungen unseres Raubbaues hinweist. Internetseiten durchgestöbert, alle Bilder angeschaut, auch die vor denen man gerne die Augen verschlossen hätte. Es stimmt schon, ein jeder Fleischesser sollte mal eine Weile im Schlachthof sein, zuschauen, wenn sein Stück Schnitzel oder Braten getötet wird. Es kann dann einfach nicht mehr schmecken und der Satz „Mir schmeckt`s halt“ den ich so oft zu hören bekomme, würde dem einen oder anderen im Halse stecken bleiben, da bin ich mir sicher.

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